Arnulf Rainer (*1929)

Der als Gründer des Informel in Österreich geltende Künstler Arnulf Rainer wurde vor allem durch seine „Übermalungen“ über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Sein malerisches Œuvre wird begleitet von performativen Arbeiten und zahlreichen schriftlichen Abhandlungen. 

Rainers Œuvre lebt von den verschiedenen Wendepunkte in seinem Leben, wobei eine der grössten Wenden seiner Schaffenszeit mit den Bekanntschaften zu Jackson Pollock, Jean Paul Riopelle und dem Fotografen Wols begann, welche er 1951 in Paris kennen lernte. Durch diese Bekanntschaften wendet er sich zunehmend vom Surrealismus ab und widmet sich den abstrakten Mikrostrukturen.

Die ersten "Übermalungen", welche sich fortan durch sein ganzes Œuvre ziehen, entstanden um 1953. Während einer Phase des Umbruchs finden auch religiöse Themen Eingang in sein Werk. Nach exzessiven Drogenerlebnissen und intensiven Studien in psychiatrischen Kliniken beginnt er ab den 1960er Jahren, die für ihn typischen Übermalungen von Fotos seines eigenen Körpers, Bilder alter Meister und zeitgenössischer Künstler.

Bis heute setzt sich Rainer immer wieder über gesellschaftliche Tabus hinweg. Der Tod, wie auch die Erotik nehmen in seinen Werken eine zentrale Rolle ein.

1929 Geboren in Baden bei Wien

 

1940 - 1944 Nationalpolitische Erziehungsanstalt, Traiskirchen

 

1944 verlässt die Einrichtung weil seine Lehrer ihn zwingen nach der Natur zu malen, beschliesst Künstler zu werden

 

Kunstakademie in Düsseldorf

 

1949 Matura an der Staatsgewerbeschule, Villach, Österreich

 

Aufnahmeprüfungen an der Akademie für angewandte Kunst in Wien und an der Akademie der bildenden Künste Wien, beide Klassen verlässt er aufgrund von Unstimmigkeiten nach einem, respektive drei Tagen

1946 - 1951 Gründung der „Hundsgruppe“ zusammen mit Josef Mikl, Ernst Fuchs, Anton Lehmden, Wolfgang Hellegha und Arik Brauer

 

Erste Versuche in der Malerei mit geschlossenen Augen (Blindmalerei)

 

Reise nach Paris um André Breton kennenzulernen

 

Hinwendung zu einer abstrakten Bild Form, sog. „Mikrostrukturen“ und „Atomisationen, woraus sich die sogenannten „Zentralisationen“ und „Zentral- und Vertikalgestaltungen“ entwickeln

 

Erste Übermalungen aufgrund von Materialmangel

 

1953 – 1959 Herstellung der ersten „Reduktionen“

 

1957 Teilnahme an der Wiener Secession

 

1953 – 1965 Konzentration auf seine Übermalungen unter dem Experimentieren mit unterschiedlichen Bildträgern

 

ab Mitte der 60er Jahre Experimente unter Drogen- und Alkoholeinfluss

 

1966 Österreichischer Staatspreis für Graphik

 

1968 Erste „Grimassenfoto“

 

1978 Gewinnt österreichischen Staatspreis in Würdigung seines Schaffens auf dem Gebiet der bildenden Kunst

 

Erweiterung seiner künstlerischen Technik durch Video und Film, Beginn seiner „gestischen Handmalerei“

 

Beginn seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Dieter Roth

 

2009 Eröffnung des Arnulf Rainer Museum in Baden bei Wien

 

2015 Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse

 

 

 

Arnulf Rainer lebt und arbeitet in Wien

1951 Erste und einzige Gruppenausstellung der „Hundsgruppe“

 

          Galerie Kleinmayr, Klagenfurt

 

1957 Teilnahme an der Wiener Secession

 

1962 Minami Gallery, Tokyo

 

1968 Retrospektive, Museum des 20. Jahrhunderts, Wien

 

1971 Retrospektive, Kunstverein Hamburg

 

          11. Biennale Sao Paulo

 

1972 Teilnahme an Documenta V

 

1977 Teilnahme an Documenta VI

 

1978 Vertritt Österreich an der Biennale von Venedig

 

1982 Teilnahme an Documenta VII

 

1989 Solomon R. Guggenheim Museum, New York

 

1990 Kunstmuseum Bonn

 

2000 Anlässlich Rainers 70. Geburtstags Einzelausstellungen im Stedelijk Museum in Amsterdam und im Kunstforum Wien

2008 Arnulf Rainer. Retrospektive. Malerei um die Malerei zu verlassen, Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt

2013 Arnulf Rainer – Marion Merz, Arnulf Rainer Museum, Baden bei Wien

2015 Arnulf Rainer, Ayn Foundation, Mana Contemporary, Jersey City