Ferdinand Spindel (1913 - 1980)

Der als Maler autodidaktische Ferdinand Spindel wird 1923 in Essen geboren. Nach seiner Ausbildung als Gebrauchsgraphiker an der Folkwangschule in Essen wird er 1957 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und prägt ab 1963 für 10 Jahre das Erscheinungsbild der bereits etablierten Gelsenkirchener Künstlersiedlung Halfmannshof. In diesem Zusammenhang stand Spindel schon früh in Kontakt mit der ZERO Gruppe und stellte gemeinsam mit ihr aus. Nach seinen hauptsächlich ungegenständlichen Arbeiten der 50er Jahre entdeckt Spindel die Alltagsmaterialien für sich und wendet sich ab 1963 fast ausschliesslich dem Schaumstoff zu. Zu Beginn dieser Phase zerstört er einen Grossteil seines davor entstandenen Werks.

 

Es ist die Ästhetik des weichen, formbaren Materials, die sich von nun an monochrom oder auch in der jeweiligen Originalfarbe des Schaumstoffs durch sein Oeuvre ziehen wird. Der Versuch, dieses Material als Bildträger zu etablieren bezieht die Bildwirkung durch Licht und Räumlichkeit mit ein wodurch sich ein gemeinsames künstlerisches Gedankengut zur ZERO Kunst abzeichnet. Ab den 1970er Jahren erkennt man in Spindels Werk eine erneute Auseinandersetzung mit seinen früheren plastisch wirkenden Bleistiftzeichnungen, wobei nun die Nähe zu den Materialstrukturen des Schaumstoffs deutlich zum Ausdruck kommen.

1913 geboren in Essen

 

1932 Abitur 

 

1932 Ausbildung als Gebrauchsgraphiker bei Professor Max Burchartz an der Folkwangschule Essen

 

1936 Balkanreise

 

1937 Italienreise

 

bis 1938 Gebrauchsgraphiker in Berlin

 

ab 1947 freischaffender Künstler, Schwerpunkt Malerei

 

1950 Übersiedlung nach Essen

 

1952 Reise nach Paris

 

ab 1957 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes

 

1963 Entdeckung des Schaumstoffs als primäre künstlerische Ausdrucksform; Experimente mit Schaumstoff (Schaumstoffobjekte, Schaumstoffreliefs, Schaumstoffräume); Vernichtung eines Großteils seines bisherigen Werks

ab 1963 Mitglied der Künstlersiedlung Halfmannshof, Gelsenkirchen, Kontakt  zur Künstlergruppe ZERO

 

1964 Kunstpreise der Stadt Gelsenkirchen

 

1965 - 1970 2. Vorsitzender der Künstlersiedlung Halfmannshof, Gelsenkirchen

 

1968 Reise nach Prag

1969 - 1970 Mitglied der Künstlergruppe „B 1“

 

1970 - 1973 1. Vorsitzender der Künstlersiedlung Halfmannshof, Gelsenkirchen

 

1972 Konrad-von-Soest-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe

 

1973 Übersiedlung nach Neuenkirchen bei Soltau in der Lüneburger  Heide

 

1980 gestorben in Neuenkirchen bei Soltau

1969 Gruppenausstellung Bildblöcke – Schaumstoffräume: Karolus Lodenkämper, Ferdinand  Spindel, Museum am Ostwall, Dortmund

 

1993 Einzelausstellung Ferdinand Spindel - Eine Retrospektive, Städtisches Museum Gelsenkirchen

 

2011 Gruppenausstellung Nie wieder störungsfrei, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen

 

2015 Im Raum. Arbeiten von Otto Boll und Ferdinand Spindel, Dierking Galerie am Paradeplatz, Zürich/Köln