Gotthard Graubner (1913 - 2013)

Gotthard Graubner zählt unter anderem mit seinen ab den 60er Jahren entstandenen Kissenbildern zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Nachkriegskunst. Auf die Studienjahre an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und der Dresdner Kunstakademie folgen bis 1959 wichtige Lehrjahre an der Kunstakademie Düsseldorf.

 

Unter diesem Einfluss löste er sich zwischen 1955 und 57 von seiner bisherigen Bildsprache der geometrischen Farbformen und rückt die Farbe in den Fokus seines Schaffens. Zudem erweitert er seine künstlerische Tätigkeit von der Zweidimensionalität auf ein räumliches Gefüge. Nachdem er verschiedene Formen des Farbauftrags, zunächst in Aquarell, dann auch auf der Leinwand erprobte, erweitert er die Dimension indem er eine dicke Schicht synthetischer Watte über den Keilrahmen spannt. Diese Watte überzieht er mit einer Leinwand, die er schliesslich bemalt. Die so entstandenen „Kissenbilder“ werden bereits 1960 erstmals vom Düsseldorfer Galeristen Alfred Schmela ausstellt. Zehn Jahre später nennt Graubner selbst seine grossformatigen Kissenbilder Farbraumkörper.

 

Graubner, der parallel zu seiner künstlerischen Tätigkeit auch als Kunstvermittler, so unter anderem an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste und der Kunstakademie Düsseldorf tätig ist, nimmt 1968 ein erstes Mal an der documenta IV teil. Im selben Jahr entstehen bis 1972 die sogenannten „Nebelräume“. 

 

Entscheidend für die Wirkung  seiner Bilder ist die unterschiedliche Intensität seiner Malweise und die dadurch entstandenen Farblandschaften. 

 

Sein Œuvre umfasst vielfarbige Werke denen aber auch monochrome Bilder mit feinsten Farbnuancen gegenüber stehen. Im Zentrum von Graubners Malerei steht die Entwicklung des Eigenlebens der Farbe und somit die Befreiung vom Anspruch etwas anderes, gegenständliches darstellen zu müssen als sich selbst. 

 

Eine unvergessliche Werkschau findet 1980 in der Staatlichen Kunsthalle in Baden-Baden statt. Zwei Jahre darauf bespielt er mit einem fünfteiligen Farbraumkörper-Ensemble an der Biennale von Venedig den Pavillon der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

1930 Geboren in Erlbach, Deutschland

 

1947 – 1948 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin

 

1948 – 1952 Studium an der Kunstakademie, Dresden

 

1954 Verlässt Ostdeutschland

 

1954 – 1959 Studium an der Kunstakademie, Düsseldorf

 

1964 – 1965 Kunsterzieher am Lessing-Gymnasium, Düsseldorf

 

1965 Erhält Lehrauftrag an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg

 

seit 1969 Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg

 

1971 Reise nach Kolumbien, Peru, Mexiko, Indien, Nepal

 

1973 Wird Mitglied der Akademie der Bildenden Künste, Berlin

 

1976 – 1992 Professor an der Akademie der Künste, Düsseldorf

 

1987 Erhält den August-Macke-Preis der Stadt Meschede

 

1988 Erhält den Norddeutschen Kunstpreis; schafft zwei große Bilder für den Amtssitz des Bundespräsidenten in Berlin

 

seit 1996 Mitglied der Saxon Akademie der Künste, Düsseldorf

 

2013 Gotthard Graubner stirbt

1960 Einzelausstellung Galerie Schmela, Düsseldorf

 

1968 Teilnahme an der Documenta IV, Kassel

 

1971 Vertritt die BRD auf der Biennale in Sao Paolo

 

1975 Gotthard Graubner, Hamburger Kunsthalle

 

1980 Einzelausstellung Staatliche Kunsthalle Baden-Baden

 

1982 Biennale von Venedig. Graubner ist im deutschen Pavillon mit einem fünfteiligen Farbraumkörper-Ensemble vertreten

 

          5.Triennale-India, Neu-Delhi

 

1987 Gotthard Graubner. Zeichnungen, Aquarelle 1946 – 1986, Kunsthaus Zürich

 

1998 Gotthard Graubner. Malerei, Staatliches Museum Schwerin

 

2001 Gotthard Graubner. Malerei auf Papier, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

 

2005 Gotthard Graubner – Farbraumkörper und Arbeiten auf Papier 1984-2004, Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen

 

          Gotthard Graubner, Shanghai Art Museum, Shanghai

 

2008 Gemeinschaftsausstellung ZERO lebt – europäische Avantgarde der 50er und 60er Jahre, Kunsthalle Weishaupt, Ulm

 

2009 Gotthard Graubner. Chapeau mon ami, Galerie M, Bochum

 

2010 Gotthard Graubner. Malerei / Peinture, Galerie Karsten Greve, Paris

 

          Gotthard Graubner. Malerei, Kunstmuseum Liechtenstein

 

2011 Gotthard Graubner. Malerei – Gespräch mit Josef Albers, Josef Albers Museum, Bottrop

 

          Group show Body and Soul. Lawrence Carroll –  Gotthard Graubner - Sean Scully, Hôtel des Arts, Toulon

 

2013 Hommage à Gotthard Graubner, Museum Kunstpalast, Düsseldorf