Hans Bischoffshausen (1927 - 1987)

Hans Bischoffshausen, der vor allem durch seine monochromen Strukturbilder bekannt wurde, zählt zu den wichtigsten avantgardistischen Künstlern Österreichs. Nach einem Architekturstudium unternahm er Mitte der 1950er Jahre einen „Sturz“ in die Malerei und setzte sich zunächst intensiv mit Vorbildern der Klassischen Moderne, wie z.B. Paul Klee oder Hans Arp auseinander. Der Grazer Joanneumspreis für zeitgenössische Malerei, den er 1959 erhielt, ermöglichte ihm die Übersiedlung nach Paris. Die folgenden zwölf Jahre in Paris gelten als seine wichtigste Schaffensphase. Er betreibt monochrome Strukturforschungen in Weiß auf Weiß, wobei er Monochromie als eine Erscheinungsform des Lichtes ansah, die gemeinsam mit Energie und Materie eine Einheit bildete. Auch mit seinen "papiers sculptés" tastete er sich bis an die Grenze des Sichtbaren heran.

Über die Freundschaft zu Lucio Fontana fand Bischoffshausen Zugang zu einem internationalen Künstlerkreis, der als Vorbild für die deutsche ZERO-Bewegung gesehen werden kann. Bischoffshausen nahm in den 1960er Jahren an mehreren Ausstellungen teil, die die ZERO-Ideen ins Ausland transportierten (z.B. in Venedig oder Den Haag).

Parallel zur Malerei gab der „kulturpolitische Außenseiter“ die Zeitschrift Bischoffshausen und die Kultur heraus, in der er Texte verfasste, die sich kritisch mit der Struktur des Kunstbetrieb auseinandersetzten. Das Thema der Stille als eine Qualität des Raumes beschäftigte den Künstler v.a. in den letzten Jahren seines Schaffens. Ab 1972 beeinträchtigte eine fortschreitende Störung des Sehnervs seine künstlerische Arbeit.

 

 

1927 Geboren in Feld am See/Kärnten

 

1947 Architekturstudium an der TH Graz

 

Mitte 50er "Sturz" in die Malerei 

 

1959 1. Joanneumpreis für zeitgenössische Malerei, Graz

 

1959 - 1971 Aufenthalt in Paris

 

1960 Preis der Gesellschaft der Freunde zeitgenössischer Kunst, (Secession, Wien)

 

1961 Höhepunkt der monochromen strukturellen Reliefs

 

1962 Beginn der Apparition-Serie

 

1964 Erste Ausgabe der Zeitschrift Bischoffshausen und die Kultur

 

1969 Letzte Ausgabe der Zeitschrift Bischoffshausen und die Kultur

 

1972 Beginn einer fortschreitenden Sehnervzerstörung

 

1973 Serielle Materialbilder

 

ab 1977 Blind – späte Arbeiten mit und auf Papier

 

1977 - 1987 Projekt Stille zusammen mit Gerhard Lojen, Gruppe 77


1987 Gestorben in Villach, Kärnten

1957 Hans Bischoffshausen, Galleria del Cavallino, Venedig


Art d’aujourd‘hui en Autriche, Galerie Arnaud, Paris

 

1958 Gruppe, Galerie nächst St. Stephan, Wien

 

1960 Sommer Ausstellung, Galerie Iris Clert, Paris

 

1965 Beteiligung an den Ausstellungen der ZERO-Avantgarde in Venedig und Mailand

 

1966 Beteiligung an den Ausstellungen der ZERO-Avantgarde in Den Haag und  Rotterdam

 

Austrian Abstracts, East Side Gallery, New York

 

Weiss auf Weiss, Kunsthalle Bern

 

1977 Retrospektive in der Kärntner Landesgalerie, Klagenfurt

 

1987 Hans Bischoffshausen 1927–1987, Stadtmuseum Graz

1994 Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst, Bozen, Italien

 

2004 Eremiten Kosmopoliten. Moderne Malerei in Kärnten 1900–1955, Carinthian Museum of Modern Art, Klagenfurt

 

2012 Retrospektive im Schloss Wolfsberg, Kärnten

 

2013 Hans Bischoffshausen. Paris und Zero (Werke der 1950er und 1960er Jahre), Galerie Dierking, Köln

 

2015 Gruppenausstellung “ZERO – The International Art Movement of the 50ies and 60ies“, Martin-Gropius Bau, Berlin

Gruppenausstellung “ZERO – Let Us Explore the Stars“, Stedelijk Museum, Amsterdam


2015 - 2016
 Mehr als ZERO. Hans Bischoffshausen, Museum Schloss Belvedere, Orangerie, Wien

2016 
Gruppenausstellung „Cut, Folded, Pressed & Other Actions“, David Zwirner, New York

 

2016 Kunst nach 1945 - 1968, Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe