Hermann Goepfert (1926 - 1982)

Hermann Goepfert, der vor allem in Frankfurt am Main tätig war, gilt als wichtiger Vertreter der ZERO-Bewegung. Nach seinem Studium an der Städelschule wandte er sich der ungegenständlichen Malerei zu. Seine monochromen „Weißbilder“, die ab 1960 entstanden, fanden große Beachtung. Internationale Künstler kamen in den 1960er-Jahren an den Main, um mit Goepfert Ideen auszutauschen oder gemeinsam mit ihm zu arbeiten. Zu seinen Künstlerfreunden zählten unter anderem Lucio Fontana, Piero Manzoni und Jef Verheyen. 

Seit Beginn der 1960er-Jahre nahm er an wichtigen Präsentationen im ZERO-Umfeld teil, wie beispielsweise an der Ausstellung „NUL“ im Amsterdamer Stedelijk Museum oder der documenta III in Kassel. Sowohl in Kassel als auch in den folgenden internationalen ZERO-Ausstellungen präsentierte er seine „Aluminiumreflektoren“. Goepfert beschäftigte sich v.a. mit dem natürlichen Licht als bildnerisches Material und experimentierte mit Metallen, die aufgrund ihrer glatten Oberfläche Licht stärker reflektieren als Leinwände. In der Intention, den Raum stärker einzubeziehen, ersetzte er sukzessive die Leinwand durch Metall.

1965 ging Goepfert mit dem Architekten Johannes Peter Hölzinger eine „Planungsgemeinschaft für neue Formen der Umwelt“ ein, um seine bildnerischen Ideen auch architektonisch umzusetzen. Frühe Beispiele der Integration von Kunst und Architektur innerhalb der ZERO-Bewegung sind die Objekte und Objektarchitekturen, die 1965 - 67 von der Planungsgemeinschaft im Karlsruher Schlosspark zur Bundesgartenschau errichtet wurden.

1967 widmete das Palais des Beaux Arts in Brüssel Goepfert eine Einzelausstellung, in der er statische und kinetische Werke zeigte, die nach den „Weißbildern“ entstanden waren. Auch hier lag der Schwerpunkt auf der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Licht.

Nach seinem frühen Tod – Goepfert starb 1982 überraschend in Antwerpen – werden seine Werke bis heute im ZERO-Kontext gezeigt. 1987 fand im Frankfurter Kunstverein eine Retrospektive unter dem Titel „Goepfert und ZERO – ZERO und Goepfert“ statt. 

Werke von ihm waren auch in der großen Ausstellung "ZERO - Countdown to Tomorrow, 1950s - 60s" vertreten, die das Guggenheim Museum New York in Zusammenarbeit mit der ZERO Foundation, Düsseldorf und dem Stedelijk Museum, Amsterdam im Herbst 2014 zeigte. Die Ausstellung war anschließend ab März 2015 im Martin-Gropius Bau in Berlin und danach ab Juli im Stedelijk Museum, Amsterdam zu sehen.

 

Eine umfassende Monographie, herausgegeben von Beate Kemfert, ist 2015 im Hatje Cantz Verlag erschienen.

 

 

1926 Geboren in Bad Nauheim

 

1947 - 1958 Studium an der Städelschule, Frankfurt am Main

 

ab 1960 Werkphase der "Weißbilder"

 

ab 1962 Entwicklung der "Aluminiumreflektoren"

 

ab 1965 Gemeinschaftsarbeiten mit Lucio Fontana und Jef Verheyen

 

1965 Gründung der "Planungsgemeinschaft für neue Formen der Umwelt" mit dem

Architekten Johannes Peter Hölzinger

 

1971 Umzug nach Antwerpen

 

1982 Gestorben in Antwerpen


1962 Beteiligung an der Ausstellung "NUL" im Stedelijk Museum, Amsterdam

 

1964 Teilnahme an der documenta III, Kassel

 

1967 Palais des Beaux Arts, Brüssel

 

1979 Beteiligung an der Ausstellung "ZERO, Bildvorstellungen einer europäischen

Avantgarde 1958-1964" im Kunsthaus Zürich

 

1987 Retrospektive "Goepfert und ZERO - ZERO und Goepfert" im Kunstverein Frankfurt am Main

 

2005 L’Œil moteur- Art optique et cinétique, 1950-1975 - Musée d'Art Moderne et Contemporain (MAMCS), Strasbourg

2008 ZERO lebt – europäische Avantgarde der 50er und 60er Jahre - Kunsthalle Weishaupt

2011 "Hermann Goepfert. Licht als Vision - Bilder und Werke aus den 1950er bis 

1970er Jahren", Galerie Dierking, Köln

 

2015 Group show “ZERO – The International Art Movement oft he 50ies and 60ies“, Martin-Gropius Bau, Berlin

          Group show “ZERO – Let Us Explore the Stars“, Stedelijk Museum, Amsterdam

 

          ZERO: Countdown to Tomorrow, 1950s–60s, Guggenheim Museum, New York

 

2016 Kunst nach 1945 - 1968, Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe

 

2017 Le socle du monde Biennale, Herning Museum of Contemporary Art, Dänemark