Norbert Kricke (1922 - 1984)

Der am 30. November 1922 in Düsseldorf geborene Künstler Norbert Kricke zählt zu den wichtigsten Bildhauern der deutschen Nachkriegskunst. Im europäischen Umfeld zeigt er sich in seinem minimalistischen, stark reduzierten Schaffen gar als Pionier.

Anfangs noch figurativ arbeitend, beginnt er ab 1950 das Volumen seiner figürlichen Plastiken zugunsten „freier räumlicher Bewegungen“ stetig zu reduzieren. Ausgehend von den inneren Drahtgerüsten der Tonplastiken entstehen erste Versuche körperloser Raumkompositionen. Lineare und stark minimierte Gebilde aus rechtwinklig gebogenen Drähten rücken ins Zentrum seiner Arbeit. In seinem ganzen künstlerischen Werk widmet er sich dem Phänomen Raum und der Darstellung von Bewegung, wobei die lineare Durchdringung des Raums mit Hilfe rechter und spitzer Winkel im Vordergrund steht. Zu seinem plastischen Oeuvre gehören genauso wie die freischwingenden Kurvenlinien auch Flächenbahnen und radikal reduzierte Raumplastiken. Zu den repräsentativen Arbeiten, ausgestellt in öffentlichem Raum zählt die Große Mannesmann, die 1961 am Rheinufer in Düsseldorf aufgestellt wird. Als eigenständiger Teil seines Oeuvres müssen auch seine Zeichnungen angesehen werden. Anders als die klassische Bildhauerzeichnung greift sie bei Kricke die Thematik der Plastiken auf und setzt sie eigenständig im zweidimensionalen Medium um. Norbert Kricke engagiert sich von 1972 bis 1981 als Rektor der Kunstakademie Düsseldorf für die Berufung wichtiger Professoren wie Gotthard Graubner, Nam June Paik, Günther Uecker, u.a..

 

Die Werke Krickes befinden sich in zahlreichen namhaften europäischen und amerikanischen öffentlichen sowie privaten Sammlungen.

1922 geboren in Düsseldorf

1935 Umzug nach Berlin

1941 - 1942 erste Erfahrungen mit der Bildhauerei

1946 - 1947 Meisterschüler von Richard Scheibe an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin

1947 Zieht zurück nach Düsseldorf; als freischaffender Bildhauer tätig; Heirat mit Hertha Schottky

1949 Erste Raumplastiken

1953 Erste Einzelausstellung in der Galerie Ophir in München

1954 Aufenthalt in England und Schottland als Gast des British Council

 

trifft Carola Giedion-Welcker und Sigfried Giedion in Zürich

 

1955 Entwicklung von ‘Wasserformen’

1956 Niederschrift des Exposés ‘Forms of Water’ mit John Anthony Thwaites

Erste Flächenbahnen entstehen

1958 Preis der Graham Foundation for Advanced Studies in Fine Arts, Chicago

1959  Zusammenarbeit mit Walter Gropius (Wassergestaltung für den Universitätsneubau in Bagdad);

 

Reise nach Mexico

 

1963 Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildhauerei

1964 Berufung als Professor für Bildhauerei an die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf

1971 Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg

1972 Aufenthalt in Ägypthen (Erforschung des optischen Phänomens der Pyramiden von Gizeh)

 

1972 - 1981 Rektor der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf

 

1984 stirbt in Düsseldorf

 

 

 

 

 

1947 Ausstellung des Bundes für Kulturschaffende, Düsseldorfer Kunstausstellung 

1953 Norbert Kricke, Galerie Ophir, München

1954 Galerie Parnass, Wuppertal

1955 Norbert Kricke, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf  / Städtische Galerie, Istanbul

 

1957 Galerie Iris Clert, Paris

          Norbert Kricke, Raumplastiken – Zeichnungen, Kunstverein Freiburg i. Br.

 

1959 documenta II, Kassel

 

1960 Kricke Norbert, Luginbühl  Bernhard, Tinguely Jean, Kunsthalle Bern

 

1961 Norbert Kricke, Museum of Modern Art, New York


          Galerie John Lefebre, New York

 

          Norbert Kricke, Galerie Karl Flinker, Paris

 

1962 Haus Lange, Krefeld

 

          Weltausstellung, Seattle

 

1964 XXXII Biennale von Venedig

 

          documenta III, Kassel

 

1967 Weltausstellung, Montreal

 

1973 Kunst in Deutschland 1898 – 1973, Hamburger Kunsthalle

 

1975 Norbert Kricke, Wilhelm-Lehmbruck-Museum der Stadt Duisburg / Städtische Kunsthalle Düsseldorf

 

1980 Norbert Kricke, Raumplastiken und Zeichnungen, Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut, Städelgarten, Frankfurt a. M.

          Norbert Kricke, Museum Quadrat, Bottrop

 

1982 Hommage à Barnett Newman, Neue Nationalgalerie,  Staatliche Museen zu Berlin

 

1984 edith wahlandt galerie, Stuttgart

 

1995 Norbert Kricke – Zeichnungen, Kunstmuseum Bonn / Kunstverein, Braunschweig

 

1998 Stunde Null, deutsche Kunst der späten vierziger Jahre, Staatsgalerie Stuttgart

 

2003 Minimalism and After, Sammlung Damiler-Chrysler, ZKM Karlsruhe / Detroit Institute of Arts, Detroit

 

2006 Norbert Kricke, Plastiken und Zeichnungen – Eine Retrospektive, museum kunst palast, Düsseldorf / Neues Museum Nürnberg

 

2010 Minimalism Germany 1960, Daimler Contemporary Berlin

 

2012 Norbert Kricke – Raum / Linie, Museum Liner, Appenzell 

 

2013 - 2014 Norbert Kricke und Emil Schumacher - Positionen in Plastik und Malerei nach 1945, Emil Schumacher Museum Hagen

 

2015 Norbert Kricke und Emil Schuhmacher – Über Materie in die Unendlichkeit, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern 

 

2016 Norbert Kricke - Bewegung und Raum. Pionier der Nachkriegskunst, Dierking - Galerie am Paradeplatz, Zürich/Köln

 

          Kunst nach 1945 - 1968, Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe