Raimund Girke (1930 - 2002)

Raimund Girke gehört zu den richtungweisenden Künstlern der deutschen Nachkriegskunst und gilt unter anderem als einer der maßgebenden Wegbereiter der Analytischen und Fundamentalen Malerei.

Er machte es sich zur Aufgabe in der unendlichen und komplexen Welt der Farbe Weiß nach einer spezifisch klassischen Ordnung zu suchen und dabei jegliche hierarchische Struktur, die ein Ungleichgewicht der Farben hervorrufen könnte, zu vermeiden. So reduzierte er die Farben seiner Bilder auf ein von Blau- und Brauntönen begleitetes Weiss und versuchte, die Farbe unter anderem anhand einer Struktur aus Zeilen zu ordnen.

Die traditionelle kompositionelle Malerei auslassend, widmete er sich ab 1950 der bewussten Auseinandersetzung mit dem Informel, wobei er diese Strömung versuchte zu überwinden. Er bediente sich dabei gestalterischen Mitteln wie Struktur, Monochromie, Repetition, Bewegung und Reduktion. In der Überwindung des Informels durch eben diese Mittel liegt eine Schnittstelle mit dem Gedankengut und der Schaffensweise der Künstler der ZERO Gruppe. Die zuvor genannten Merkmale ziehen sich ab Mitte der 50er Jahre durch sein gesamtes Oeuvre.

 

 

1930 Geboren in Heinzendorf/Niederschlesien

 

1951-1952 Studium an der Werkkunstschule in Hannover

 

1952-1956 Studium an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf

 

1955 Bewusste Auseinandersetzung mit dem Informel

 

1959 Preis der Stadt Wolfsburg für Malerei

 

1961/62 Girke entwickelt das monochrome weisse Bild

 

1962 Kunstpreis der Jugend, Stuttgart

 

1966-1971 Dozent an der Werkkunstschule Hannover, Deutschland

 

1971-1996 Professur für Freie Malerei an der Hochschule der Künste Berlin

 

1995 Lovis-Corinth-Preis der Künstlergilde Esslingen

 

2002 Niedersächsischer Kunstpreis

 

Stirbt in Köln

 

1958 Galerie Adam Seide, Hannover 

 

1963 Weiss, aktiviert, Galerie d, Frankfurt am Main

 

1972 Galerie Annemarie Verna, Zürich

 

1974 Städtisches Kunstmuseum, Bonn

 

1977 Documenta VI, Kassel

 

1979 Kabinett für aktuelle Kunst, Bremerhaven

 

1982 Kunstmuseum Düsseldorf

 

1982 Salone Villa Romana, Florenz

 

1988 Galerie Hans Strelow, Düsseldorf

 

2000 Kunstsammlungen Chemnitz

 

2004 Hommage à Raimund Girke, Edith Wahlandt Galerie, Stuttgart

 

2009 Raimund Girke: Farbe und Licht. Malerei aus fünf Jahrzehnten, Josef Albers Museum Quadrat, Bottrop

 

2010 Hommage an Raimund Girke - zum 80. Geburtstag, Edith Wahlandt Galerie, Stuttgart

 

2010 Dreiklang - Girke, Graubner, Uecker, Edith Wahlandt Galerie, Stuttgart

 

2010-2011 Raimund Girke. Arbeiten von 1960-2002, Galerie Fahnemann, Berlin

 

2015 Raimund Girke. Bilder aus 3 Jahrzehnten, Galerie Fahnemann, Berlin

 

2015 Raimund Girke, Axel Vervoordt Gallery, Hong Kong

 

2016 Raimund Girke – Investigation White, Gallery Sonja Roesch, Houston

 

2016 Raimund Girke – Kraft der Farbe, Villa Grisebach, München

 

2017 Raimund Girke – ruhig bewegt, Galerie Stefan Hildebrandt, St. Moritz