Robert Rotar (1926 - 1999)

Der Künstler Robert Rotar, der als „Magier der Spirale“ bezeichnet wird, nimmt eine gewisse Sonderstellung innerhalb der deutschen avantgardistischen Kunstszene der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Sein Werk lässt sich nur schwerlich einer Künstlergruppe oder –richtung zuordnen. Rotars zentrales Motiv ist die Spirale, mit der er sich kontinuierlich über 45 Jahre seines künstlerischen Schaffens auseinandergesetzt hat. Sie stellte für ihn das Sinnbild der „Unendlichkeit“ dar. 

Seine Herangehensweise ist aus philosophischer Sicht als deduktiv zu bezeichnen. Er suchte den intensiven Austausch mit Hirn- und Genforschern, Astro- und Atomphysikern und Molekularbiologen, um zu neuen Erkenntnissen seines Themas zu gelangen. Gleichzeitig betrieb er ein intensives Studium von philosophischen und religiösen Schriften. 1963 konstruierte er eine Malmaschine, die mittels eines Rotationsprinzips seine Vorstellungen von Raum- und Zeitspiralen künstlerisch zu Papier brachte.

Zu Rotars Künstlerfreunden gehörten James Lee Byars und Joseph Beuys, dessen Aktionen er als Fotograf künstlerisch dokumentierte. Rotars umfassender schriftlicher Nachlass ist im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum verwahrt.

 

 

1926 Geboren in Berlin


1950 - 1953 Studium der Malerei und Möbel- und Innenraumgestaltung an der Staatlichen Kunstschule, Bremen und der Werkkunstschule, Köln

 

1953 Manager des Möbel-Design-Unternehmens Knoll International in Stuttgart

Beginn der malerischen und zeichnerischen Auseinandersetzung mit dem Thema der Spirale

 

1957 - 1973 Leiter der ersten Niederlassung von Knoll International in Düsseldorf

 

1957 Mitglied des Deutschen Werkbundes

 

ab 1957 Intensiver Austausch mit Astro- und Atomphysikern, Molekularbiologen, Hirn- und Genforschern zum Thema Spirale

 

1963 Konstruktion einer Malmaschine zur künstlerischen Umsetzung von Raum-Zeit-Spirale

 

1967 Patentierung der Malmaschine

 

ab 1973 Konzentration auf die künstlerischen Tätigkeiten mit den Schwerpunkten Malerei und Photographie, Siegeln und Stempeln seiner Arbeiten

 

ab 1981 Atelier in der Villa Engelhardt, Düsseldorf

 

1999 Gestorben in Düsseldorf

1963 Erste eigene Ausstellungen fotografische Dokumentation von Beuys-Aktionen

 

1973 Einzelausstellung im Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld

 

1995 Ausstellung in der Stiftung Museum Schloss Moyland "Joseph Beuys in der Photographie"

 

1999 Retrospektive in der Stiftung Museum Schloss Moyland und der Sammlung Kunst in NRW, Aachen-Kornelimünster

 

 "ROTAR - drawings", Galerie Dierking auf der Art Cologne