Wolfgang Ludwig (1923 - 2009)

Wolfgang Ludwig ist ein wichtiger Künstler der Op-Art, einer Stilrichtung, die in den 1960er Jahren entstand und deren Vertreter mit Hilfe präziser abstrakter Formmuster und geometrischer Farbfiguren beim Betrachter überraschende optische Effekte hervorriefen.

Ludwig, der bei Hans Uhlmann und Alexander Camaro bis 1956 an der Hochschule für Bildende Künste sein Studium absolvierte, lebte in Berlin und bewegte sich im geistigen Umfeld der ZERO-Bewegung. Nach der anfänglichen Realisierung farbiger Phänomene konzentrierte er sich ab 1963 auf seine Werkgruppe der kinematischen Scheiben. Er eliminierte alle Buntfarben und beschränkte sich auf Schwarz und Weiß. Er konstruierte und malte kreisförmige, radiale, gleichstrahlige Systeme in Schwarz auf weißem Grund und umgekehrt. Ludwig befand sich mit diesen Scheibenkonstruktionen auf der Suche nach Möglichkeiten, die Wahrnehmung des Betrachters zu „strapazieren“, wie er es selbst formulierte. Obwohl es sich um rein statische Gebilde handelte, scheinen die Systeme nach wenigen Blicksekunden in langsam kreisende Bewegungen zu geraten. Diese Drehung scheint im Uhrzeigersinn zu erfolgen und in einer gegenläufigen Drehung zurückzuschwingen.

Eine Erkrankung seiner Hände setzte dem künstlerischen Schaffen ein vorzeitiges Ende. Er konzentrierte sich ab 1971 auf seine Professur für Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Trotz der kurzen aktiven und produktiven künstlerischen Zeit wird Ludwigs Werk international sehr geschätzt. Seine Arbeiten sind bis heute in retrospektiven Ausstellungen zur Op-Art vertreten, wie beispielsweise 2007 in der „Optic Nerve“-Show im Columbus Museum of Art, Ohio.

Wolfgang Ludwig (1923 - 2009)

1923 Geboren Mielesdorf, Thüringen

 

1947 - 1950 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig

 

1950 - 1956 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin bei Hans Uhlmann und Alexander Camaro

 

1963 - 1970 Konzentration auf die Werkgruppe der kinematischen Scheiben

 

1971 - 1991 Professor für Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin

 

2009 Gestorben in Berlin

1963 Beteiligung an der Ausstellung "ZERO", Galerie Diogenes, Berlin

 

1965 Beteiligung an der Ausstellung "The Responsive Eye" im Museum of Modern Art, New York

 

1966 Erste Einzelausstellung mit den kinematischen Scheiben in der situation 60 Galerie, Berlin

 

          Beteiligung an der Ausstellung "Junge Generation - Maler und Bildhauer in Deutschland" in der Akademie der Künste, Berlin

1970 Ausstellung in der Galerie m, Bochum (zus. mit Francois Morellet)

 

2007 Beteiligung an der Ausstellung "Op Art" in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt a.M.
 

          "Optic Nerv" im Columbus Museum of Art, Ohio

2010 "Wolfgang Ludwig. Arbeiten von 1958-1979", Galerie Dierking, Zürich

2013 A Century of Light and Motion in art, 1913-2013, Grand Palais, Paris