Jef Verheyen
Untitled, 1960
Öl auf Leinwand
130 x 100 cm
Jef Verheyen
Studie La Mer, 1961
Aquarell auf Papier
60 x 80 cm
Jef Verheyen
Ohne Titel, 1960
Öl auf Leinwand
44 x 32 cm
Jef Verheyen
Zon, 1966
Öl auf Leinwand
130 x 130 cm

Nuancierte und geradezu irisierende Farbverläufe sind kennzeichnend für die Bilder des 1932 in Itegem, Flandern geborenen belgischen Künstlers Jef Verheyen. Von 1946-1952 studiert er an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen. 1956 entstehen in Auseinandersetzung mit Paul Klee erste monochrom schwarze Arbeiten. 1957 tritt Verheyen in der Mailänder Galerie Pater in Kontakt mit seinen späteren Freunden und Künstlerkollegen Lucio Fontana und Robert Crippa. 1958 wird sein erstes Manifest Essentialism in Lausanne für die Publikation in art actuel international (Heft 1959 -13) anerkannt. In den späten 50er Jahren lernt Verheyen auch Piero Manzoni und Günther Uecker kennen. Er knüpft Briefkontakt zu Yves Klein und wird zu einem wichtigen Bindeglied der „ZERO-Gruppe“. Es ist diese beachtenswerte Nachkriegsbewegung, mit der sich Verheyen künstlerisch identifiziert. Dies führt ab 1962 zu bedeutenden gemeinsamen internationalen Ausstellungen und auch zu gemeinschaftlichen Kunstwerken (z.B. mit Lucio Fontana, Hermann Goepfert oder Englebert van Anderlecht). Der rege Austausch mit seinen Künstlerkollegen ist für Verheyen stets eine wichtige Inspirationsquelle und Anregung für sein Schaffen. 1974 erfolgt mit seiner Frau Dani Francq, seiner Tochter und seinen zwei Söhnen ein Umzug in die Provence. Genaues Schauen und eine fast meditative innere Ruhe sind für den Betrachter nötig, um den Malereien Verheyens in ihrer ganzen Tiefe zu begegnen. Der „peintre flamant“, der eine klassische Ausbildung zum Maler absolviert hat, hinterlässt ein vergleichsweise schmales Oeuvre; er selbst nennt seine Gemälde "panchromatische Werke", die alle Farben umfassen. Sein Malstil löscht jede Materialität von Farbe und Pinsel nahezu vollkommen aus. Die subtilen Kunstwerke sind umso eindrucksvoller, da Jef Verheyen durch einen angeborenen Augenfehler nur über eine geringe Sehkraft verfügte. Die stetige Suche nach metaphysischen Erkenntnissen ist gleichsam das Programm für die in unzähligen, lasierenden Farbschichten entstandenen Gemälde des Ausnahmekünstlers. Sie tragen Titel wie „Sonne“ oder „Flämische Landschaft“. Licht und Farbe als Mittel der Wahrnehmung, eine körperliche wie geistige Seherfahrung sind die zentralen Elemente seiner Kunst. 1984 stirbt er in Apt (Vaucluse, F).

 

 

1958 Beteiligung an der Ausstellung der avantgardistischen Künstlergruppe G58  im Antwerpener Hessenhuis 1960 Beteiligung an der Ausstellung Monochrome Malerei im Städtischen Museum Leverkusen, Schloss Morsbroich / Kollaboration mit Engelbert Van Anderlecht, in der unter dem Titel Ni l’un ni l’autre eine Serie von zehn Arbeiten entsteht 1961 Beteiligung an der Ausstellung Ad Reinhardt, Francesco Lo Savio, Jef Verheyen im Städtischen Museum Leverkusen, Schloss Morsbroich 1962 Beteiligung an der Ausstellung nul im Stedelijk Museum, Amsterdam / Beteiligung an der Ausstellung ZERO in der Galerie Ad Libitum, Antwerpen 1965 Beteiligung an der Ausstellung Zero Avantgarde in der Galleria del Cavallino, Venedig / Galleria II Punto, Turin und im Atelier Fontana, Mailand 1966 Einzelausstellung im Palais des Beaux-Arts, Brüssel 1967 Einzelausstellung Lichtkathedralen in der Galerie Carrefour, Brüssel / Open Air Ausstellung Vlaamse Landschappen zusammen mit Uecker in t’ Kasteelke, Mullem 1970 Einzelausstellung Panchromies in der Galerie Iris Clert, Paris / Einzelausstellung Sonnenbogen in der Galerie Bernard, Solothurn 1975 Einzelausstellung Lux est Lex in der Abbaye Saint-Michel de Frigolet, Tarascon / Galerie Media, Neuchâtel 1979 Beteiligung an der Ausstellung ZERO. Bildvorstellungen einer europäischen Avantgarde 1958-1964 im Kunsthaus Zürich 1987 Gruppenausstellung Goepfert und ZERO – ZERO und Goepfert im Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main 1988 Gruppenausstellung Zero, Vision und Bewegung, Werke aus der Sammlung Lenz Schönberg in der Städtische Galerie im Lenbachhaus, München 1994 Einzelausstellung Retrospectieve Jef Verheyen, 1932 – 1984 im PMMK Museum für Moderne Kunst, Ostend / Josef Albers Museum Quadrat Bottrop 1997 Einzelausstellung Jef Verheyen in der Galerie Schoeller, Düsseldorf 2004 Einzelausstellung Lux est Lex in der Galerie Axel Vervoordt Kanaal Antwerpen 2010 Ausstellung Jef Verheyen. “Le Peintre Flamant“ und Freunde in der Langen Foundation, Neuss 2014 Einzelausstellung, Jef Verheyen. Color, Light & Vision. Werke der 50er und 60er Jahre,  Galerie Dierking am Paradeplatz, Zürich/Köln 2016 Dialogue with Light - Jef Verheyen - Walter Leblanc, Museé d’Ixelles, Brüssel 2017 Le socle du monde Biennale, Herning Museum of Contemporary Art, Dänemark 2018 Belgian Avantgarde 1960's / 70's - Part I, Galerie Dierking, Zürich

 

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